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Dienstag, 12. Februar 2019 15:54 Uhr Alter: 247 Tage
Kategorie: 402_Baugewerbe

Neue Bauordnung für NRW bietet Chancen für mehr und preiswerteres Bauen


Die zum 1. Januar in Kraft getretene neue Landesbauordnung eröffnet nach Überzeugung vom Obermeister der Baugewerbe-Innung Münster Ralf Landwerth tatsächlich die Chance, ein besseres Klima für Neubau in unserem Bundesland zu schaffen. Das Gesetz lichte den Bürokratiedschungel, kappe den Trend zu immer höheren Baukosten und schaffe Raum für barrierefreies Wohnen.

Als grundsätzlichen Vorteil neben allen Detailänderungen stellt Obermeister Landwerth heraus, dass das neue nordrhein-westfälische Bauordnungsrecht deutlicher an die Musterbauordnung des Bundes angepasst worden ist. „Das trägt zu einer Vereinheitlichung der Vorschriften in der Bundesrepublik bei. Schließlich leisten wir uns 18 unterschiedliche Bauordnungen, was von vielen Fachleuten als unnötiger Luxus angesehen wird.“

Die neue Landesbauordnung trägt zudem dem Grundsatz „Innen- vor Außenverdichtung“ Rechnung. Zahlreiche neue Regelungen werden die Nachverdichtung innerhalb von bestehenden Baugebieten sowie die Aufstockung und den Ausbau von Wohngebäuden erleichtern. Das begrüßt die Baugewerbe-Innung, denn der Bedarf an weiterem Wohnraum könne vor allem wegen fehlender Grundstücke nicht gedeckt werden. „Das ist der eigentliche Engpass. Geld und die Bereitschaft, es in Wohnungen zu investieren, ist ja ausreichend da“, beschreibt Obermeister Landwerth die Marktsituation.

Unter dem Schlagwort „Wohnungen fürs Leben“ hat der NRW-Gesetzgeber die Anforderungen an die Barrierefreiheit, insbesondere von Gebäuden mit Wohnungen und öffentlich zugänglichen Bauten, neu gefasst. Künftig sind demnach Wohnungen in größeren Häusern barrierefrei und uneingeschränkt für Rollstuhlfahrer nutzbar zu bauen.

Erheblich flexibilisiert werden die Vorschriften zu den Stellplätzen für Autos und Fahrräder im Zusammenhang mit der Errichtung von Bauten. Dies wird jetzt primär als eine Frage der jeweiligen kommunalen Verkehrskonzeption und -politik angesehen. Deswegen will das Land lediglich ein Minimum an Stellplätzen festschreiben.

Im Rahmen der gesetzlichen Regelungen zu den Genehmigungsverfahren bleibt das sogenannte „Freistellungsverfahren“ in Nordrhein-Westfalen für die im Gesetz bezeichneten Bauvorhaben erhalten. Das begrüßt die Baugewerbe-Innung ausdrücklich. „Wir möchten jedoch noch weitergehen und unseren Meistern ermöglichen, dass sie für kleinere Bauvorhaben die Bauvorlagenberechtigung bekommen, also auch die Planung ausführen dürfen. Dafür setzt sich unser Landesverband gerade vehement ein, was wir natürlich unterstützen“, so Obermeister Landwerth. Er hoffe sehr, dass die Politik auch diesen Schritt zum Bürokratieabbau noch geht. Die „kleine Bauvorlagenberechtigung“ gibt es bereits in zahlreichen Bundesländern. „Wir fragen dann immer, ob die Politiker die Baumeister dort für klüger und qualifizierter halten als die in NRW“, meint Obermeister Landwerth.